Der Imker des Monats

Mathieu DOMECQ

Chefredakteur des Imkers des Monats

 

Durch den Wechsel von Wärme und Kälte beginnt die Saison in unseren Regionen so unvorhersehbar wie noch nie. Wegen der Folgen des Frostes fiel die Honigernte im Frühjahr gering aus, was wird also aus der Sommerernte? Es wird eine sehr kurze Bienensaison! Mathieu, unser Imker erklärt Ihnen dies in dem neuen Imker des Monats.

Um die Ernte des kommenden Monats gut vorzubereiten, empfehle ich Ihnen, einen Faktor besonders zu beachten: die Wahl der Schleuder! Hier finden Sie auch unsere Tipps und Tricks, die Ihnen helfen werden.

Eine sehr kurze Saison!

“Kein Frühlingshonig”, das ist das Schlagwort für dieses Imkerjahr. Im April kam es in einigen Regionen zu Nächten mit Frost oder sogar Schnee, die die Blüte vernichtet haben. Auch im Mail blieb es frisch und regnerisch, worauf eine starke Hitzeperiode folgte, die wir nicht erwartet hatten!

Der Gegensatz zum Vorjahr ist groß. Während die Blütezeit 2020 drei Wochen im Voraus eintrat, kommt der Frühling in diesem Jahr mehrere Wochen zu spät.

Deshalb stagnierte die Entwicklung der Bienenvölker  und die Imker mussten zufüttern, um sie vor dem Tod zu bewahren.

Gab es keinen Raps? Tatsächlich haben sich nur wenige der landwirtschaftlichen Flächen von der Trockenheit erholt. Dies betrifft etwa 50 Prozent des Marne-Rapses, so ADA France. Allerdings wachsen jetzt die Sonnenblumen. Sie sind unsere letzte Hoffnung, die Saison nicht zu verpassen und mit dem Honig einige Einnahmen zu generieren, die die diesjährigen Ausgaben für den Sirup kompensieren. 

Die Schleuder … eine Kunst für sich!

Das Schleudern ist ein wichtiger Schritt in der Imkerei. Auch wenn wir die Schleuder diesen Frühling nicht nutzen konnten, ist es an der Zeit, sich für August gut auszustatten. Mitte August sollte die Honigernte (je nach Region) dann abgeschlossen sein – kurz danach muss die Varroa-Milbe bekämpft werden.

Heute gibt es auf dem Markt zahlreiche Schleudermodelle in allen Preislagen. Eine gute Ausrüstung ist unerlässlich.

Vielleicht haben Sie schon Modelle in Ihrem Bienenzuchtgeschäft entdeckt? Und der Preis hat Sie zögern lassen! Es handelt sich um ein Edelstahlgerät, das Sie über viele Jahre mindestens zweimal pro Jahr verwenden werden.  Es geht also um eine langfristige Investition. Darüber hinaus erhalten Sie bei einer Ernte von 10 kg Honig/Jahr für Ihren Bienenstock zu einem Verkaufspreis von 15 €/kg die Hälfte des Kaufs Ihrer Schleuder zurück …  und das für eine Saison. Mit mehreren Bienenstöcken macht sich der Einkauf schnell bezahlt!

Wozu genau dient die Schleuder?

Es handelt sich hierbei um eine Maschine, mit der Sie den Honig aus den Rahmen abschöpfen können. Durch Zentrifugalkraft wird der Honig dieser Rahmen an die Wände geschleudert, bevor er durch den Hahn abfließt und dann gefiltert wird. In nur wenigen Minuten sind einige Rahmen abgezogen. Je mehr Bienenstöcke Sie haben, desto mehr Zeit verbringen Sie damit! Hier spricht die Erfahrung …

Die Wahl Ihrer Schleuder hängt also von Ihrem Bestand ab. Meine Empfehlung lautet:

– 5 Bienenstöcke >5 bis 30 Bienenstöcke 30 bis 100 Bienenstöcke + 100 Bienenstöcke
Von Hand Schleuder +4 Rahmen oder Kombimodell Schleuder +9 Rahmen
Mit Motor Schleuder +18 Rahmen Schleuder +30 Rahmen

Für den Betrieb von weniger als 30 Bienenstöcken eignet sich ein handbetriebenes Modell mit Füßen (oder ohne Füße, wenn Sie weniger als 5 Bienenstöcke besitzen). Sie können das Kombimodell wählen, wenn Sie nur wenige Bienenstöcke besitzen: Es ist einfacher mit Filter und eingebautem Abfüllbehälter.

Wenn Sie mehr Bienenvölker betreiben möchten, sollten Sie etwas mehr investieren. Bei der kombinierten Bienenzucht ist ein elektrisches Modell unbedingt erforderlich, so dass mindestens zwei Rahmen gleichzeitig abgezogen werden können.

Elektrische Edelstahlschleuder für 18 Rahmen mit einem funktionalen Abdeckelbehälter.

Radial- oder Tangentialschleuder?

Oft gehen die Meinungen zu diesen beiden Modellen auseinander. Dazu muss man zunächst den Unterschied verstehen:

Die Radialschleuder, die manuell oder elektrisch betrieben werden kann, hält die Rahmen im Behälter sternförmig im Radius. Wenn die Zentrifugalkraft einsetzt, fließt der Honig von einer Seite in eine Richtung und wird dann durch Umkehr der Drehrichtung an der anderen Seite des Rahmens abgeführt. Bei der Radialschleuder ist es nicht notwendig, die Richtung der Rahmen in der Schleuder zu ändern. Dies ist schneller und ermöglicht es, viele Rahmen in einem Behälter zu behandeln, dessen Umfang kleiner als der der Tangentialschleuder ist.

Bitte beachten Sie, dass die Radialschleuder durch ein optionales Gittersystem zu einer Tangentialschleuder umgewandelt werden kann.

Die Tangentialschleuder hingegen ist für sehr dickflüssigen Honig besser geeignet, da dieser besser aus den Waben extrahiert wird. Die Funktionsweise ist anders, und dies ist übrigens das System, das in den meisten kleinen Schleudern mit einem Schleuderkorb zu finden ist. Allerdings müssen die Rahmen von Hand herausgezogen werden, um die Zentrifugalrichtung zu ändern. Dies erfordert mehr Zeit und ist mühsamer.

Rechts die Radialschleuder Links die Tangentialschleuder (Mat Api).

Ein elektrischer Anschluss an Ihrer Schleuder sorgt dafür, dass diese sich mühelos von allein dreht, im Gegensatz zu der Handschleuder, die Sie selbst drehen müssen. Dazu wird eine Handkurbel verwendet.

Zu welchem Preis? Sie müssen mit 250 € bis 350 € für ein kleines manuelles Modell mit 4 Rahmen rechnen, eine Schleuder mit 9 Rahmen kostet ca. 400 € und für ein großes elektrisches Gerät sind ca. 1.000 € bis 1.500 € fällig. Es werden viele Marken mit guter Qualität angeboten, wie z. B. SAF, Lega oder Quarty.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Sommerernte! Mit dem Hashtag #apifonda #apiinvert können Sie ein Foto in den sozialen Medien teilen!

Bis nächsten Monat mit Ihrem langjährigen Partner in Ihrem API-Blog “Die Bienenstöcke von Mathieu”!

DIE BIENENSTÖCKE VON MATHIEU

Imkerhaus & Bienenzuchtgeschäft

 

Fotos ©lesruchersdemathieu

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