Der Imker des Monats

Mathieu DOMECQ

Chefredakteur des Imkers des Monats

Den Honig ernten … eine Kunst!

Wir stellen uns viele Fragen … Nachdem wir uns im vergangenen Monat die Rolle und die Wahl der Schleuder für das Imkerhaus angesehen haben, werde ich Ihnen nun über die Ernte des Honigs von den Waben berichten. Sprechen wir deshalb über das Datum! Die Ernte erfolgt je nach Region nach der letzten Sommerblüte. In meiner Region Toulousaine sind es die Sonnenblumen. Wir entnehmen deshalb den Honig um den 15. August. Die letzten Felder sind abgeerntet und die Verdeckelung des Honigs in den Waben ist gut verlaufen. Bei der Verdeckelung handelt es sich um die Wachskappe, die die Bienen nach dem Entfeuchten des Honigs auf den Waben absetzen (der Wassergehalt beträgt 15–17 %).

Um die Bienen jetzt zu verjagen, werden häufig drei Methoden angewendet. Sie haben die Wahl zwischen:

– Der Bürste: dies ist die am häufigsten angewandte Methode, wobei gleichzeitig die Wabenrahmen einzeln aufgehoben werden. Schütteln Sie die Bienen vor dem Bienenstock und bürsten Sie sie mit einer Rosshaar- oder Nylonbürste ab, bevor Sie den Rahmen in eine andere geschlossene Wabe  (z. B. eine Kiste) stecken, die dann ins Imkerhaus mitgenommen wird.

Verwenden Sie die Bürste, um die letzten Bienen zu entfernen.

– Die Bienenjagd: einfach und schnell. Dabei handelt es sich um eine Raute (oder einen Kreis) aus Kunststoff, die an einer dicken Rahmenabdeckung befestigt und etwa 24 Stunden vor dem Anheben zwischen Korpus und Wabe positioniert wird. Mit einem Trichtersystem fällt die Biene nachts in den Korpus, gelangt jedoch dann nicht wieder nach oben. Achten Sie jedoch darauf, dass sich keine Brut in Ihrer Wabe befindet. Mit dem Königinnengitter ist das kein Problem. Wenn Sie die Wabe nachmittags einsetzen, können Sie diese am nächsten Morgen wieder entnehmen – wobei quasi alle Bienen entfernt wurden.

– Der Laubbläser: die Option der Profis! Bei vielen Bienenstöcken ist dies die schnellste Variante, die auch ohne Aggressivität vor sich geht. Ein einfacher Laubbläser (thermisch oder elektrisch) befördert die Bienen in die Luft, bevor sie zum Bienenstock zurückkehren. Lösen Sie die Wabe unbesorgt (außer im Falle eines Königinnengitters) und legen sie auf das Dach des angrenzenden Bienenstocks. Schließen Sie den Bienenstock. Mit Ihrem Laubbläser gehen Sie zwischen die Rahmen, damit die Bienen hochfliegen. Die Methode mag brüsk und radikal erscheinen,  ist jedoch sehr praktisch, wenn man mindestens 20 Bienenstöcke besitzt. Dann entnehmen Sie die Wabe.

Die Hornisse zeigt sich!

Auf der Suche nach Proteinen sind Bienen ihre ideale Beute. Sie sehen sie im Schwebeflug vor Ihren Bienenstöcken, wo sie eine Biene fangen und diese etwas weiter entfernt zerlegen, um an das Muskelfleisch zu gelangen.

Ob die europäische oder die asiatische Art, beide greifen Bienenstöcke an. Ein Tipp ist das Aufstellen von Fallen wie z. B. die Red Trap, eine selektive Falle, in die Sie mindestens alle 10 Tage einen Köder einfüllen. Ihr Imker-Fachgeschäft berät Sie.

Oder Sie schützen Ihre Bienen mit einem Schild oder einem Gitter, wodurch die Hornisse vom Flugbrett ferngehalten wird. So ist die Biene aus Angst weniger wachsam und konsumiert weniger Honig. Beispielsweise lässt sich das Stop-It-Modell durch Falten an alle Bienenstockformate anpassen.

Hornissen-Fallen: Holzgitter und Kunststoffschild.

Behandlung gegen die Varroa-Milbe

Die Varroa-Milbe – eine für Bienen gefährliche Milbe!

Wir werden im September mehr darauf eingehen, um sie besser zu verstehen. Bis dahin sollten Sie jedoch bereits die Behandlungsmittel vorbestellen. Idealerweise sollte die Behandlung vor September, z. B. Ende August und unmittelbar nach der Entnahme der Honigwaben, erfolgen. Die Population nimmt exponentiell zu und schwächt Ihre Bienenvölker im Hinblick auf die Überwinterung.

Es gibt viele Mittel zur Behandlung auf dem Markt. Verwenden Sie ein Produkt wie APIVAR, um den Vorgang zu erleichtern. Hierbei handelt es sich um bewährte Amistraz-Kunststoffstreifen Legen Sie jeweils zwei pro Bienenstock in die Brut zwischen die Rahmen.

Sie erhalten sie problemlos bei Ihrem Apotheker oder Tierarzt. Erkundigen Sie sich andernfalls bei Ihrem Bienenverband oder Ihrem Verband zum Schutz der Bienengesundheit. Bienenzuchtgeschäfte dürfen sie allerdings nicht ausgeben.

 

Wir wünschen Ihnen nun einen schönen Sommer und bitten Sie, uns mit dem Hashtag #apifonda #apiinvert Ihre Fotos in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen!

 

Wir sehen uns nächsten Monat in Ihrem API-Blog!

Working bee