Der Frühjahrsbesuch
Der Frühjahrsbesuch ist die erste Öffnung der Bienenstöcke nach dem Winter. Er ist ein wichtiger Schritt im Imkerkalender, da er dem Imker ermöglicht, den tatsächlichen Zustand der Bienenvölker zu beurteilen und die Grundlagen für die kommende Saison zu schaffen. In Regionen mit milden Wintern entspricht der Monat März dem allmählichen Wiedererwachen der Natur: Die Temperaturen beginnen sich zu stabilisieren und die Königin nimmt ihre Eiablage wieder auf. Diese Zeit ist jedoch nach wie vor heikel, da das Wetter manchmal unbeständig ist und die Bienenvölker noch empfindlich sind, was kurze, überlegte und zum richtigen Zeitpunkt durchgeführte Eingriffe erfordert.
Vor jeder Öffnung liefert bereits die äußere Beobachtung des Bienenstocks wertvolle Informationen. Regelmäßige Aktivität am Flugbrett, insbesondere das Einbringen von Pollen, deutet auf eine effektive Wiederaufnahme der Eiablage hin. Ein sauberes Flugbrett ohne ungewöhnliche Ansammlungen von Abfällen ist in der Regel ein Zeichen für ein organisiertes und dynamisches Bienenvolk. Anhand dieser ersten Anzeichen lässt sich der Zustand des Bienenvolkes abschätzen und der Besuch entsprechend anpassen.
Der Bienenstock sollte nur bei günstigen Wetterbedingungen geöffnet werden, idealerweise bei Temperaturen zwischen 15 und 17 °C und bei Windstille. Das Verhalten der Bienen ist dabei ein wichtiger Indikator: Übermäßige Aggressivität kann auf eine zu lange Öffnungszeit, unzureichende Temperaturen oder Stress aufgrund von Ressourcenmangel hindeuten. Der Frühjahrsbesuch sollte vor allem schnell und zielgerichtet erfolgen.
Das Hauptziel besteht darin, eine Bestandsaufnahme des Bienenvolkes vorzunehmen. Dabei geht es darum, die Anwesenheit der Königin direkt oder durch Beobachtung einer kürzlich erfolgten Eiablage zu überprüfen, die Qualität der Brut zu beurteilen und die Anzahl der Brutwaben im Verhältnis zu den Honig- und Pollenwaben zu zählen. Dieses Gleichgewicht zwischen Population, Brut und Vorräten ist entscheidend für die Dynamik des Bienenstocks.

Der Monat März ist oft eine kritische Zeit für die Vorräte. Die Wiederaufnahme der Eiablage erhöht den Verbrauch, während die externen Ressourcen noch unregelmäßig vorhanden sind. Falls erforderlich, kann eine Sicherheitsfütterung in Form von restlichem Kandiszucker oder, je nach Situation, leichtem Sirup oder Proteinzusätzen in Betracht gezogen werden. Jede Stimulierung muss jedoch maßvoll und gerechtfertigt sein.
Es ist auch wichtig, die unmittelbare Umgebung des Bienenhauses zu berücksichtigen. Durch die Beobachtung der lokalen Blütezeiten, wie z. B. der Weidenkätzchen, der frühblühenden Obstbäume oder des Rapses, lässt sich das Eintreffen natürlicher Ressourcen vorhersagen, die die Entwicklung der Kolonien schnell stimulieren können. Schließlich ist der Frühjahrsbesuch der ideale Zeitpunkt, um sich von der Qualität der Königin, der Regelmäßigkeit ihrer Eiablage und ihrem allgemeinen Zustand zu überzeugen, da eine leistungsfähige Königin im Frühjahr ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der Bienensaison ist.
Was soll ich tun, wenn mein Bienenstock tot ist?
Wenn ein Bienenstock im Winter abgestorben ist, darf man ihn nicht einfach so liegen lassen, aber es ist auch nicht notwendig, alles zu verbrennen oder von vorne anzufangen. Ein abgestorbenes Bienenvolk bedeutet nicht, dass das Material verloren ist, vorausgesetzt, man führt eine gründliche Reinigung und Instandsetzung durch.
Der erste Schritt besteht darin, alle Waben zu entfernen. Diese sind oft von der Bienenmotte befallen, die an den seidigen Gespinsten und dem angefressenen Wachs zu erkennen ist. Auch wenn dies beeindruckend sein mag, ist dieses Phänomen nach dem Tod eines Bienenvolkes weit verbreitet. Die befallenen Rahmen müssen jedoch vernichtet werden, idealerweise durch Verbrennen, um jede Quelle der Kontamination zu beseitigen. Es wird dringend empfohlen, auf einer gesunden Grundlage neu zu beginnen, indem diese Rahmen durch neue Rahmen mit geprägten Wachsblättern ersetzt werden.
Nachdem die Waben entfernt wurden, muss der Bienenstock selbst sorgfältig gereinigt werden. Mit Hilfe eines Wabenhebers sollten alle Wachsbrücken, Propolisrückstände und andere Verunreinigungen im Inneren abgekratzt werden. Diese mechanische Reinigung muss durch leichtes Abflammen der Innenwände ergänzt werden, um das Holz zu desinfizieren. Dadurch werden Keime und Parasitenreste beseitigt und der Bienenstock für eine neue Kolonie vorbereitet.
Der Futterautomat muss ebenfalls sorgfältig gereinigt werden. Wenn er aus Kunststoff besteht, reicht es aus, ihn mit heißem Seifenwasser abzuwaschen. Wenn er aus Holz ist, kann das gleiche Verfahren zum Abschaben und Abflammen angewendet werden.

Diese Instandsetzung ist auch eine Gelegenheit, den Bienenstock nachhaltig zu schützen. Eine Außenpflege des Holzes wird empfohlen, entweder mit einer geeigneten Farbe oder mit Leinöl. Es ist wichtig zu beachten, dass nur die Außenseite des Bienenstocks und der Boden behandelt werden sollten: Das Innere wird von den Bienen dank Propolis auf natürliche Weise geschützt. Die verwendete Farbe muss unbedingt eine lebensmittelechte Farbe sein, die in Imkereifachgeschäften erhältlich ist, damit sie keine Gefahr für zukünftige Kolonien darstellt. Die Farbe schützt nicht nur das Holz und verlängert die Lebensdauer des Bienenstocks – oft mehr als zehn Jahre –, sondern ermöglicht auch eine visuelle Unterscheidung der Bienenstöcke, was den Bienen die Orientierung erleichtert und das Abdriften begrenzt.
Für diejenigen, die ein natürlicheres Aussehen bevorzugen, ist Leinöl eine wirksame Alternative. Es sollte vorzugsweise warm aufgetragen werden, damit es besser in das Holz eindringt und sich nicht fettig anfühlt. Es ist jedoch zu beachten, dass Leinöl das Aussehen des Bienenstocks im Laufe der Zeit verändert: Das Holz bekommt eine Patina und neigt dazu, allmählich dunkler zu werden.
Ein ordnungsgemäß gereinigter, desinfizierter und geschützter Bienenstock kann somit ohne Risiko wiederverwendet werden und eine neue Kolonie unter guten Bedingungen beherbergen.
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LES RUCHERS DE MATHIEU
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